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Mein Name ist Helmuth Pflantzer.

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00:00:05.240 --> 00:00:08.740
Ich arbeite als Bildungsfachkraft an der Pädagogischen
Hochschule

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in Heidelberg am Annelie-Wellensiek-Zentrum.

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Ich bin ein Experte in eigener Sache.

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Ich spreche über meine Behinderungserfahrungen

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und ergänze dadurch die wissenschaftliche
Lehre.

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Ich habe auch bei dem Projekt KuLO mitgearbeitet.

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Da haben wir Kunst- und Kultureinrichtungen
dabei unterstützt,

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wie sie lernen können, ihre Einrichtungen

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barrierefreier gestalten zu können.

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Ich bin sehr offen, spreche gerne über

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meine Inklusions- und Exklusionserfahrungen.

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Diese Erfahrungen sind wichtig.

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Die gehören zu mir.

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Davon können viele Studierende lernen.

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Ich möchte ihnen zeigen, dass man auch als
Mensch mit Behinderungen

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Ziele im Leben hat.

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Und wenn man kämpft und nicht aufgibt,

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diese auch erreichen kann.

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Manchmal bedeutet es, Umwege zu gehen.

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Ich habe zum Beispiel

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keinen Hauptschulabschluss, mit dem man eine
Ausbildung machen kann.

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Und trotzdem habe ich es an die Hochschule
geschafft.

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Ich möchte den Studierenden auch ihre Berührungsängste
nehmen

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und Brücken zwischen Menschen mit und ohne
Behinderungen bauen.

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Ich behandle viele Themen

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in meinen Bildungsangeboten.

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Das Thema Transitionen liegt mir ganz besonders
am Herzen.

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00:01:40.000 --> 00:01:46.000
Ich habe schon sehr viele Übergänge erlebt,
zum Beispiel

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die Auswanderung von Rumänien nach Deutschland,

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die mich sehr geprägt hat.

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Beim Thema Lernerfahrungen gehe ich darauf
ein,

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dass einige Lehrer nicht zugetraut haben,

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dass ich etwas lernen muss, weil sie die Haltung
hatten:

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Der kommt sowieso in die Werkstatt für behinderte
Menschen

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und dadurch braucht er nichts zu lernen.

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Ich möchte den Studierenden mitgeben,

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dass sie genauer schauen,

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was ein Schüler braucht, um gut lernen zu
können.

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00:02:23.000 --> 00:02:26.000
Und nicht sofort sagen, der schafft das nicht,

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00:02:26.000 --> 00:02:32.000
sondern eine individuelle Förderung ihm zukommen
zu lassen.

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Das Thema Barrieren und Barrierefreiheit

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ist auch ein ganz großer Punkt in meinem Lebenslauf.

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Ich habe schon immer Barrieren erlebt

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und wurde auch an der Teilhabe gehindert.

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In den Veranstaltungen diskutiere ich

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mit den Studierenden darüber.

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Sie entwickeln hoffentlich ein Verständnis

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für die Wichtigkeit

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von Barrierefreiheit in allen Lebenslagen

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und was sie dazu beitragen können, Barrieren
abzubauen.

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Für mich persönlich möchte ich erreichen,
dass Menschen mit Behinderungen

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so in der Gesellschaft akzeptiert werden, wie
sie sind.

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Dass man mit einer Behinderung

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auch was leisten kann, zum Beispiel

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Seminare und Vorlesungen vor vielen Menschen
halten zu können.

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Für die Zukunft wünsche ich mir, dass es
mehr solche Einrichtungen

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wie das AW-ZIB gibt

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und die Barrieren in den Köpfen der Menschen
abgebaut werden

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oder erst gar nicht entstehen.

